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 15 01 29  14 40h

 Autofahren

Mit nur einer Hand Auto zu fahren ist kein grundsätzliches Problem, schon gar nicht, wenn man dies schon mit noch zwei Händen beherrschte. Allerdings sollte man sich unbedingt davor hüten, sich mit nur noch einer funktionsfähigen Hand einfach an das Steuer zu setzen. Vor allem für die „neurologischen Fälle“ ist unbedingt, ein erneuter Nachweis der Befähigung zum Führen eines Kfz erforderlich. Um ganz deutlich zu sein: Auch wer schon einen Führerschein besitzt, darf sich nicht ohne den erneuten Nachweis einfach hinter das Lenkrad klemmen und losbrausen. Wer dennoch einfach losrast, läuft nicht nur Gefahr den Versicherungsschutz zu verlieren. (Weiteres ist in der Straßenverkehrsordnung nachzulesen). Mitunter hilft auch eine Anfrage beim Straßenverkehrsamt weiter. Allerdings möchte ich hier anmerken, dass diese Nachfrage mich persönlich dazu verleitete, meinen Führerschein (die Fahrerlaubnis) zurückzugeben und sie erneut durch eine Prüfung nach nur einer Fahrstunde, zu erwerben. Denn die Unwissenheit der Mitarbeiter machte mich rasend vor Wut. Der Eine meinte links ein anderer rechts, getreu dem Motto: Nichts Genaues weiß man nicht und wir schon gar nicht! Die theoretische Prüfung wurde mir dann überraschend erlassen, allerdings ist es mit dem Führen von Fahrzeugen über 7,5t und dem Motorrad fahren vorbei. Auch den Personenbeförderungsschein verlor ich. Anfänglich war ich darüber sehr geknickt. Aber wenn ich ehrlich bin, mit einem Motorrad würde ich schon im Stand umfallen. Und als Erwerbsunfähiger brauche ich weder die Klassen C bis C1E noch D bis D1E, wohl aber brauche ich jetzt ein besonders ausgerüstetes Fahrzeug, denn in meinem Führerschein sind nun einige Auflagen eingetragen. So unter anderem, ein Automatikgetriebe, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker) sowie Licht und Warnblinkanlage müssen direkt vom Lenkrad aus, zu betätigen sein. Auch eine Servolenkung und ein Lenkradknauf müssen her. Bis auf die Servolenkung hatte mein gehegter und gepflegter Oldie (Zarah, ein schon damals 28 Jahre altes Peugeot -504-Cabrio im Zustand 1+) nicht zu bieten. Eine Umrüstung wäre finanzieller Wahnsinn gewesen, also folgte ein heftiger, wenn auch kurzer Abschied zugunsten eines VW-Busses, wohin sonst mit Rollstuhl und Kindern? Inzwischen fahre ich wieder seit fast neun Jahren. Bisher ohne selbst verschuldeten Unfall. Was kann ich dafür, wenn jemand ein Stoppschild mit einem Vorfahrtsschild verwechselt. Bei der Unfallaufnahme durch die Polizei war die Aufnahme des Unfalls fast nebensächlich. Viel mehr Aufmerksamkeit wurde meinem Führerschein und der Sonderausrüstung meines Fahrzeuges geschenkt. Eine solche Situation war wohl den Beamten neu. Aber mir fiel ein Stein vom Herzen, mein Führerschein war ebenso in Ordnung wie mein Fahrzeug. Kaum auszudenken, was gewesen wäre, wenn nicht. Das Abrechnen mit der gegnerischen Versicherung erfolgte dann ohne jedes Problem.

Das Umrüsten des damals neuen Fahrzeuges selbst verlief ebenfalls erfreulich problemlos: Wegen meiner eigenen sehr guten Erfahrungen kann ich die Firma besonders die Niederlassung in Hilden bei Düsseldorf nur empfehlen. Die Beratung war gut, die Arbeitsausführung erstklassig, die Termine wurden exakt eingehalten. Das verbaute Material hat noch nie seinen Dienst verweigert, dass die Batterien im Sender am Lenkrad gelegentlich ersetzt werden müssen, versteht sich von selbst. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt mit nur einer Hand zu fahren und sehe mich den Zweihändern gegenüber im Straßenverkehr nicht im Nachteil.

Wieder Auto zu fahren hatte für mich noch eine ganz andere positive Nebenwirkung. Nachdem ich beim Ein- und Ausladen des Rollstuhls einige Male gehörig auf die Nase gefallen war, probierte ich es schließlich ohne den Rolli und es ging. Nicht elegant aber immerhin.